Vibe Coding bedeutet nicht, der KI freie Hand zu lassen.
Es bedeutet, mit Gefühl zu steuern – aber mit Struktur zu führen.
Dieser Artikel zeigt, worauf es beim Vibe Coding wirklich ankommt, wo die größten Fehler liegen und wie Unternehmen KI nutzen können, ohne ihre Identität zu verlieren.
Was ist Vibe Coding eigentlich?
Vibe Coding beschreibt eine neue Art zu entwickeln:
Man programmiert nicht jede Zeile selbst, sondern arbeitet mit KI über Sprache, Intention und Kontext.
Statt exakter Anweisungen heißt es:
- „Wir wollen ruhig, hochwertig, reduziert wirken“
- „Das soll Vertrauen ausstrahlen, nicht laut verkaufen“
- „Fühl dich wie eine Boutique, nicht wie ein Online-Shop“
Die KI übersetzt diese Vibes in:
- Code
- Layouts
- Texte
- Interaktionen
- Seitenstrukturen
Vibe Coding ist damit kein Ersatz für saubere Konzepte –
sondern ein Verstärker dessen, was vorher klar definiert wurde.
Ohne Klarheit entsteht Zufall.
Mit Klarheit entsteht Geschwindigkeit.
Warum Vibe Coding so oft scheitert
Das größte Problem beim Vibe Coding ist nicht die Technologie.
Es ist die Vorbereitung.
Viele Unternehmen starten mit KI, ohne zu wissen:
- Wer sie eigentlich sind
- Wie sie wirken wollen
- Wofür sie stehen – und wofür nicht
Die Folge:
- jede Seite sieht anders aus
- Texte schwanken im Tonfall
- Designs wirken zusammengewürfelt
- Inhalte klingen „nach KI“
Nicht, weil KI schlecht ist –
sondern weil sie keinen klaren Rahmen bekommen hat.
KI füllt Lücken.
Und wenn dein Unternehmen diese Lücken selbst nicht definiert, füllt sie die KI mit Durchschnitt.
Vibe Coding richtig eingesetzt: die Vorteile
Richtig genutzt kann Vibe Coding extrem stark sein:
- schnelle Prototypen
- hohe Umsetzungsgeschwindigkeit
- geringe Einstiegshürden
- iterative Weiterentwicklung in Echtzeit
Vor allem im Web bedeutet das:
- Landingpages entstehen in Stunden statt Wochen
- Ideen können sofort getestet werden
- Inhalte lassen sich flexibel anpassen
- technische Hürden sinken drastisch
Aber nur, wenn klar ist, welche Leitplanken gelten.
Vibe Coding ist kein Chaos-Prinzip.
Es ist ein Beschleuniger für gute Entscheidungen.
Was du brauchst, um keinen Einheitsbrei zu erzeugen
Richtig eingesetzt kann Vibe Coding enorme Geschwindigkeit schaffen. Ideen lassen sich direkt testen, Websites und Inhalte iterativ entwickeln, ohne monatelange Konzeptphasen. Gerade im Web entsteht so ein deutlich agileres Arbeiten – vorausgesetzt, die Richtung ist klar.
Denn Vibe Coding scheitert nicht an der KI, sondern an fehlenden Leitplanken. Ohne klare Vorgaben greift sie automatisch auf bekannte Muster zurück. Der Einheitsbrei entsteht nicht durch Technik, sondern durch Unklarheit darüber, wofür ein Unternehmen steht – und wofür nicht.
Damit Vibe Coding funktioniert, braucht es eine definierte Markenpersönlichkeit mit echten Spannungsfeldern statt Buzzwords. Ebenso wichtig sind klare No-Gos, die typische Marketingfloskeln und generische Sprache bewusst ausschließen. Erst durch diese Grenzen entstehen wiedererkennbare Ergebnisse.
Abstrakte Begriffe reichen dabei nicht aus. Konkrete Referenzen und Vergleiche geben der KI Orientierung und sorgen dafür, dass Gestaltung, Tonalität und Struktur stimmig bleiben. In Kombination mit kontinuierlichem Feedback entwickelt sich so Schritt für Schritt eine konsistente digitale Handschrift.
Vibe Coding ersetzt keine Strategie – es verstärkt sie. KI kann keine Haltung entwickeln, sondern nur umsetzen. Wer jedoch weiß, wer er ist und wie er wirken will, kann mit Vibe Coding schnell, präzise und authentisch im Web auftreten.
TL;DR
Vibe Coding bedeutet nicht „einfach machen lassen“.
Es bedeutet intuitiv steuern – auf Basis klarer Leitplanken.
Ohne Vorbereitung entsteht Einheitsbrei.
Mit klarer Markenlogik entsteht Geschwindigkeit, Konsistenz und ein Webauftritt, der sich richtig anfühlt.
Die Zukunft gehört nicht den Unternehmen, die KI nutzen.
Sondern denen, die ihr sagen können, wer sie sind – und wer nicht.











